180. 3.4.2014
Die Sicht aus meinem Fenster früh morgens ist wunderschön, die Temperatur ist es nicht - dass zwei große Glasfronten nicht isolierend wirken, hätte ich vorher bedenken sollen. Nicht wissen konnte ich dagegen, dass das Warmwasser ein tröpfelndes Rinnsal sein würde und diesen Morgen gar nicht funktioniert. Unter den hiesigen Umständen ein hinreichender Grund zur Suche einer neuen Unerkunft. Diese bietet nur ein geringfügig größeres Rinnsal, doch der Raum ist wärmer und der Besitzer, ein Exiltibeter, äußerst freundlich. Der verbleibende Tag dümpelt zwischen Essen, Lesen und Schreiben vor sich hin. Das Essen in Dharamsala ist phänomenal, da durch die tibetische Gemeinde authentische Himalaya-Gerichte verfügbar sind. Zum ersten Mal trinke ich den berühmten Butter-Tee (salziger, fetthaltiger Tee, der besonders wenn es kalt oder man ausgezehrt ist, viel besser schmeckt als es klingt) und probiere heute nach Momos und Tenthuk (nepalesisch) bhutanische Küche, genauer gesagt einen scharfen Eintopf mit Zwiebeln, Kartoffeln, Speckbohnen, Jalapeños und Tomaten in einer Käsesauce. Dazu gibt es Tingmo aus Tibet, das stark unseren Germknödeln ähnelt, nur dass es ungesüßt ist. Dass ich es nicht schaffen würde, tagelang nur zu entspannen (Gokarna muss eine Wahnsinnsaura gehabt haben, dass ich vier Tage nichts tun wollte), hätte mir eigentlich von Anfang an klar sein können. Im Tagesverlauf entdecke ich, dass Dharamsala der Startpunkt eines beliebten Treks ist, der über die weißen Giganten vor mir führt. Wäre doch gelacht, wenn man da mit GPS-fähigem Smartphone nicht mal reinschnuppern könnte...
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