182. 5.4.2014
Busfahrtag mal wieder. Zwar sind es von Dharamsala nach Shimla nur 250km Straße, doch deren Zustand und die Topographie in den Ausläufern des Himalaya verlangen dem Bus einiges ab und benötigen über neun Stunden Fahrzeit. Da spielt es auch keine Rolle mehr, ob ich den Nachtbus nehme und den Folgetag gerädert und übermüdet im Bett verbringe oder gleich tagsüber fahre und zumindest die Landschaft genießen kann. Denn das kann man fraglos. Ansonsten ist die Fahrt überraschungsfrei, in Shimla muss ich erst von Bus zu Bus, dann von Bus zu Aufzug wechseln, um schließlich zu meinem angestrebten Hostel zu kommen. Richtig, Aufzug. Weil der Ort erstens so steil und verwinkelt ist und zweitens eine ernstgemeinte Fußgängerzone beinhaltet (normalerweise bedeutet Fußgängerzone, dass Passanten und alles Motorisierte, dass durch die Polizeiabsperrungen passt, auf einer schmalen Straße um die Vorherrschaft kämpfen), kommt man ins Zentrum nur zu Fuß oder per Lift. Nach zehn Stunden Fahrt wenig experimentierfreudig wähle ich diesen eindeutigen Weg nach oben und werde direkt auf der Mall ausgespuckt. Früher die Prachtstraße für die englische Herrscherschicht, deren Sommerresidenz Shimla war (kein Europäer kann in Delhi im Sommer ohne AC arbeiten und ehrlich gesagt bezweifle ich es auch bei Indern), heute die Einkaufsstraße der indischen Mittel- und Oberschicht, deren Sommerausflugsziel Shimla ist. Tatsächlich sehe ich kein weißes Gesicht, diese Stadt ist eindeutig auf die einheimische Klientel eingerichtet. Entsprechend schwierig sei es laut Reiseführer, eine günstige Unterkunft zu ergattern, da Inder, wenn sie denn verreisen, dies für kurze Zeit, dafür aber umso luxuriöser zu tun pflegen. Aber nichts da, bei YMCA, die es auch hier gibt, kriege ich ein Zimmer inklusive Frühstück für 400Rs. Wahrscheinlich habe ich Glück, dass durch die zu niedrigen Temperaturen die Hauptsaison noch nicht begonnen hat (normalerweise Anfang April). Das macht Hoffnung für das fast schon auf Mumbaiverhältnissen über dem Marktgleichgewicht schwebende Chandigargh, meinem nächsten Ziel.
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