190. 13.4.2014
Eva und Katha geben nicht auf und versuchen ihr Glück bei einem anderen Ashram. Dieses Mal handelt es sich um Yoga statt Meditation (wobei sich beides hier sehr ähnelt) und findet von halb acht bis halb zehn Uhr morgens statt. Ich nutze dieses Vorhaben, um auszuschlafen, gemütlich ein Kaffee aufzusuchen und dort zu lesen und neue Musik anzuhören. Um dreiviertel zehn stoßen die beiden hinzu und wir frühstücken gemeinsam bei stürmischem Wetter. Über Nacht hat es sich von strahlendem Sonnenschein und Hitze zu orkanartigen Böen, wie der Wettervorhersagemann im Fernsehen sagen würde, gewandelt, ich dagegen bin meiner T-Shirt / Jeans Kombination treu geblieben. Dementsprechen kalt ist mir, bis der nette Sohn des Besitzers eine Decke bringt. Die Zeit bis zur Busfahrt nach Delhi bzw. Haridwar überbrücken wir in einer Art Multigottheitentempel, dessen attraktivstes Merkmal die gute Aussicht von der Spitze ist. Zum Busbahnhof Rishikeshs quälen wir uns zunächst eine Viertelstunde auf der mit Kühen, Menschen und Rollern vollgestopften Hängebrücke, dann in einer überbelegten Riksha. Immerhin sitzt Katha so noch einmal unbequem auf meinen Schoß und wir können gemeinsam in Nostalgie über die kenianischen Matatus schwelgen, in denen dieser Zustand Normalität war.
Schon nach einer Stunde Busfahrt legen wir eine lange Pause in Haridwar ein. Eva ist versessen darauf, einmal ein Paper Dosa (1,20m Durchmesser) zu probieren, dass hier im "Dosa Plaza" erhältlich ist. Außer seiner Größe unterscheidet es nichts von einem normalen Dosa, aber es ist sehr fotogen einen Reispfannkuchen in der Größe der dafür nicht vorhandenen Tischdecke vor sich zu haben.
Gesättigt fahren wir weitere sieben Stunden nach Delhi, da die Zufahrtsstraßen vom Wochenendausflüglerverkehr vollkommen verstopft sind. So schaffen wir es nicht mehr, die Metro von der Bushaltestelle zu nehmen, sondern müssen uns auf eine Rikshafahrt einlassen. Unsere Befürchtungen, einem halsabschneiderischen Fahrer ein Vielfaches des Normalpreises zahlen zu müssen (Night tariff! Local price!), stellen sich glücklicherweise als unbegründet heraus, da es in der Nähe einen Prepaidschalter mit Preisaushang gibt. Mitten in der Nacht kommen wir bei unserem Hotel an, dessen Besitzer mich sogar noch von meinen letzten Aufenthalt kennt und mit Handschlag begrüßt. Umstandslos, sieht man von dem wie immer bürokratischen Check-In ab, bekommen wir unser gewohntes Zimmer und schlafen kurz darauf.
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