226. 26.05.2014
Als ich aufwache ist es dreiviertel acht und ich werde von Eva direkt mit dem Vorschlag überrumpelt, eine weitere Nacht zu bleiben. Sie blieb die Nacht bis zwei Uhr wach, um unsere Routenoptionen bis Makassar durchzukalkulieren. Demnach können wir sowohl auf die Togean Islands (und würden uns somit eine 17-stündige Busfahrt sparen), als eben auch einen weiteren Tag auf den Bunaken verbringen. Dummerweise bedeutet die eigentlich schönere Alternative über eine Inselgruppe zwischen Nord- und Zentralsulawesi, dass ich wieder mit der Malariaprophylaxe beginnen muss, die bei Lariam einen Zeitraum von minimal sechs Wochen umfasst.
Das Programm heute ist Schnorcheln. Die vier Holländer fahren für Tauchgänge hinaus und wir begleiten sie mit Tauchmaske. Neben Schildkröten beim Dösen am Meeresgrund, riesigen Schwärmen von "Daggerfishes" (wegen der sichelförmigen Schwanzflosse - ich weiß nicht, wie er auf Deutsch heißt) und faszinierenden Fischen, die die Form eines Besenstiels haben, treffe ich erneut auf einen mich attackierenden Drückerfisch (harmlos, solange man ihn rechtzeitig sieht) und eine Feuerqualle (sehr schmerzhaft). Nichtsdestotrotz könnte ich hier auch noch eine weitere Woche tagtäglich mit dem Boot ausfahren und tauchen/schnorcheln gehen. Zum besten Abendessen bisher stoßen zwei französische Expats zu uns, die in Jakarta arbeiten und hier einen Kurzurlaub unternehmen. Von ihnen und durch diverse Internetseiten erfahren wir, dass die Hauptstadt ein blühendes Nachtleben hat, mit Stripclubs, zugedrogten Ravern und einer LGBT-Community. Im zahlenmäßig größten muslimischen Land der Welt ist das ein ziemliches Paradox (auf das ich mich freue). Entgegen aller Behauptungen scheint Jakarta eine wenn schon nicht schöne, doch interessante Stadt zu sein.
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