81. 21.12.2013
Da wir schon die Anlagen eines Vier- oder Fünfsternehotels zur freien Benutzung haben, müssen wir sie zumindest ausprobiert haben. Das Meer ist ungewohnt kalt, wohl knapp über zwanzig Grad, aber die Lage phänomenal. In einer Bucht schwimmt man, zur rechten Skyline, zur linken ein wenig Wüste und ein wenig Autobahn (und mehr Skyline natürlich) in ruhigem Wasser, das trotz der Umgebung einen sauberen Eindruck macht. Abu Dhabi hat den ehrenwerten Ansatz, mit seinem Überfluss an Geld nicht nur immer höhere Gebäude und breitere Straßen zu bauen, sondern nachhaltig zu werden und grüne Innovationen zu fördern. Beim Nahverkehr hinkt es Dubai trotzdem hinterher, was uns schmerzlich bewusst wird, als wir für den Weg zur drittgrößten Moschee der Welt (zum Teil der eigenen Dummheit geschuldet) zweieinhalb Stunden brauchen. Wir haben nicht einmal Zeit hineinzugehen, da wir auf der falschen Seite rausgelassen werden und es mindestens 20 Minuten dauert, das Gelände halb zu umrunden. Also schießen wir ein paar Wir-waren-hier Fotos und nehmen ein Taxi zurück nach Abu Dhabi und von dort den Bus nach Dubai. Dort wiederum fahren wir mit der Metro zu unserem Hotel, um an der Rezeption mitgeteilt zu bekommen, dass wir in der falschen Filiale gelandet sind und es allein in diesem Viertel mehrere Hotels derselben Kette gibt. Doch die Mühen lohnen sich, das Zimmer ist zwar nicht das größte, aber das Schönste bisher. Alles sehr stylisch, nur beim Bad hat der Innenarchitekt vor lauter Konzentration aufs Wesentliche (Klo, Waschbecken, Dusche) vergessen, dass manche Leute dort gerne Dinge aufhängen.
Das Abendessen verdient auch noch eine Erwähnung, denn zum ersten Mal essen wir in einem Restaurant arabisch. Immer noch billig und vor allem riesengroß sind die Portionen. Lecker sowieso, wir stellen fest, dass arabische Küche tolles Studentenessen ist und wir sowas auch brauchen.
In der Metro zu den Dubai Fountains lernen wir einen Expat mit englisch-indischen Wurzeln kennen, der perfekt Deutsch spricht (ich glaube sogar einen hessischen Einschlag zu erkennen) und uns mal wieder zum Staunen über dieses Stadt gewordene Superlativ bringt. So ist z.B. die gesamte Infrastruktur jünger als 15 Jahre, genau wie die Wolkenkratzer, die allmonatlich aus dem Boden schießen. Auch ohne hier zu leben fallen einem die vielen Baustellen und Stahlbetonskelette überall auf. Der Boom scheint noch nicht vorüber.
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