Montag, 14. Oktober 2013

African Way

7. 04.10.2013

In der Tat ist die 2. Klasse putziger und nicht so aufmüpfig wie die 3. Abgesehen davon ist ihre Lehrerin, Yvonne (die Katha bereits zu Hause besucht hat), extrem neu- und wissbegierig. Während die Schüler Aufgaben aller Art bearbeiten, gehen wir, eigentlich eher sie, meine gesamte Fotogalerie durch, ich erzähle ihr von Deutschland und höre einmal mehr, dass das Land,  von dem ich gerade Urlaub nehme das Paradies auf Erden sei. Und ganz Unrecht haben sie ja nicht,  hier merkt man wieder, auf welchem Niveau wir herumjammern. Unangenehm wird es bei den Finanzen: Wie erklärt man einem Lehrer mit einem Tagessatz um 4€, dass man etwa das Doppelte in Deutschland mit unqualifizierter Arbeit pro Stunde verdient hat (und bleibt gleichzeitig ehrlich)? Generell verstehen wir uns übrigens ausgezeichnet mit dem Kollegium und der Umkehrschluss gilt genauso.
Beim Vorbereitungsjoggen für Sonntag ist mir erneut aufgefallen,  wie offen und kontaktfreudig die Leute hier im Vergleich zu Deutschland sind. Ein Paar um die dreißig in Arbeitsaufzug rennt plötzlich neben mir und wer mich schon nicht grüßt,  freut sich dafür umso mehr, wenn ich selbiges tue. Um an dieser Stelle endlich mal etwas literarisch Vollwertiges jenseits der Erlebniserzählung festzuhalten: Je existenzieller die Lebensumstände, desto existenzbejahender die Lebensart.
So würde ich das nach meinen armseligen Entwicklungsländereindrücken ausdrücken.

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